moodle – Nur eine Zwischenstation?

Kernfragen:

  • Ist moodle nur eine Zwischenlösung auf dem Weg zu einer „echten“ persönlichen, digital unterstützten Lernumgebung?
  • Kann dieser Zwischenschritt für „Bis-heute-noch-kein-moodle-Nutzer“ übersprungen werden?
  • Und wie sehen die nächsten sinnvollen Schritte für Verantwortliche schulischer Lernplattformbetreiber aus?

Situation im Web-2.0-Zeitalter

Es läuft wieder eine Diskussion zu Sinn und Unsinn (nur) schulischer Lernumgebungen. Sehenswert ist in diesem Zusammenhang das Video von @TomWhitby welches auch von Matthias Heil auf  „Vernetzte Lernende: Ideal- und/oder Zerrbild?eingebettet ist. Weiterhin hat z.B. Sigi ein wunderbares Plädoyer für die Portfolioplattform Mahara als Kommentar auf meinen Beitrag  Gruppen mit nur einem Teilnehmer – Wiki als persönliche Mitschrift in moodle geschrieben. Mit einem offenen Ohr (Auge) auf Twitter und bildungsrelevanten Blogs formiert sich dann die Aussage

moodle allein – kann es nicht sein!

Weitere Schritte

Und daraus folgen dann die oben notierten Kernfragen zur weiteren Vorgehensweise. Mahara dazupacken? Das wäre ein weiterer Schritt, aber der allein reicht nicht. Ob Googles Wellenschläger „Wave“ eine Teillösung bieten kann ist derzeit noch nicht zu beurteilen, da die ersten „Beta-Nutzer“ zwar drin sind, aber halt zunächst „unter sich“.

Ein Punkt ist auf jeden Fall klar: Medienbildung umfasst sowohl Medienkompetenz als auch Sozialkompetenz und dies idealerweise in einer nicht komplett abgeschotteten Umgebung. Eine Insel mit Häfen zu der Außenwelt könnte die Lösung sein. Gedanken dazu habe ich als Kommentar zu „LMS in Zeiten von Web 2.0“ bereits notiert. Aber wer betreibt (hostet) die Insel und welche Häfen werden mit Linienfahrplänen standardmäßig angefahren? Wer übernimmt die Kosten und stellt Ressourcen für die Technik und Grundeinstellung bereit?

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3 Responses to moodle – Nur eine Zwischenstation?

  1. Hallo Rolf – danke für Deinen Kommentar & Deine selbst gebloggten Gedanken – zu den Kernfragen (auch hier) mein Senf:

    1. Ist moodle nur eine Zwischenlösung auf dem Weg zu einer „echten“ persönlichen, digital unterstützten Lernumgebung? – 2. Kann dieser Zwischenschritt für „Bis-heute-noch-kein-moodle-Nutzer“ übersprungen werden? – 3. Und wie sehen die nächsten sinnvollen Schritte für Verantwortliche schulischer Lernplattformbetreiber aus?

    Ja, Moodle ist nur ein Zwischenschritt bis zu dem Zeitpunkt, an dem ein anderes System mit deutlich weniger Aufwand einzurichten, zu benutzen und zu unterhalten ist. Für mich ist das mit hoher Wahrscheinlichkeit (Felix, zähl die Euros!-) Wave, denn es wird nach einer gewissen Anlaufzeit als persönliche Kommunikationszentrale die Synthese asynchroner, semi-synchroner und synchroner Kommunikationsmittel sein, d.h. die Diskussionssegmente eines LMS (Chat, E-Mail, Foren, Wikis, evtl. auch Microblogging und Blogs) bündelt – vgl. hierzu den gestrigen hervorragenden Beitrag von Mark Smithers: http://www.masmithers.com/2009/10/19/google-wave-in-a-sentence/ – und so die Frage in den Raum stellt, ob die restlichen Funktionen, die LMS zweifellos bringen, nun die Einbettung von oder in Wave erfordern. Praktischer ist m.E. die zweite Variante, da der ganze Administrationsstress enorm reduziert wird und die inhaltliche Entwicklung eines solchen Systems stärker in den Vordergrund treten kann. Damit ist auch deine dritte Kernfrage beantwortet.

  2. Sigi sagt:

    Hallo Matthias,
    nach der Lanze für Mahara muss ich jetzt doch noch eine Lanze für Moodle brechen: Die Administration ist nicht kompliziert ( ich habe als nicht ITlerin mein eigenes Moodle zu Testzwecken). Ausserdem hat ja der „normale“ Lehrer mit der Administration garnichts zu tun, er richtet nur seine Kurse ein. Unsere Schüler sind noch lange nicht soweit, Systeme wie google wave für ihr Lernen einsetzen zu können. Sie brauchen feste Strukturen und die kann man in einem Kursraum mit Moodle individuell schaffen und je nach Bedarf ergänzen, erweitern, verschieben etc.
    Da man in der Regel auch nach thematischen Einheiten vorgeht, ist das Gelernte immer im Zusammenhang auch im nachhinein für alle einsehbar. Moodle bietet durch die Aktivitätetn wie Glossar, Forum, WIki, Datenbank (um nur die gängigen zu nennen) schon so viele individuelle Möglichkeiten zu kooperativem und konstruktivistischem Lernen, dass das Lernen selbst auch langsam in die richtige Richtung der Eigenverantwortung der Schüler gehen kann. Das größte Problem besteht meiner Meinung nach darin, dass es soviele Bremser und Miesmacher gibt, die sei es aus Unkenntnis , aus Angst, selbst die Lehrmethoden ändern zu müssen, gegen moodle Stimmung machen und dies nicht nur im Kollegium sondern auch den Schülern gegenüber. Das Problem stellt sich schon, wenn der Deutschlehrer sich weigert, die von den Schülern mit viel Engagement in Mahara erstellten Praktikumsberichte online zu lesen und die Schüler dann mit der Textverarbeitung eine Mappe erstellen und ausgedruckt abgeben müssen. Wenn dann im gleichen Atemzug noch im Unterricht behauptet wird, nur wer sich alles handschriftlcih aufschreibt, könne dies auch behalten, führt das in der Klasse unweigerlich zu Problemen, die bei einigen dann darin gipfeln, nach einem Buch zu rufen, damit sie wieder „richtigen“ Unterricht bekommen- ich spreche hier von Schülern, die die Mittlere Reife haben und sehr gerne mitdem PC arbeiten. Bei Moodle und MAHARA sind die Schüleraktivitäten eben immer für alle nachvollziehbar, was den nicht ganz so fleissigen Schülern überhaupt nicht gefällt. Was wir brauchen, ist ein Konsens zumindest der in einer Klasse unterrichtenden Lehrer, mehr Verantwortung für das Lernen auf die Schüler zu übertragen und dies dann auch einzufordern- mit welchen Methoden auch immer- das könnte natürlich auch die Kooperation mit GoogleWave sein oder nur in einem Wiki.. oder in einem Blog… aber das ist zur Zeit schlicht und ergreifend nicht durchsetzbar. Der Effekt des Einzelkämpfertums hat dann zur Folge, dass manche Schüler sich diesem „neumodischen“ Lernen widersetzen und nach dem Old School Prinzip verlangen, wo sie alles aufbereitet und vorgekaut zur Verdauung vorgesetzt bekommen. Ich will jetzt wirklich nicht gegen Old School wettern, alles hat seinen Platz und die richtige Mischung aus Basiszutaten, Gewürzen, frischen Kräutern und kreativer Zubereitung muss Lust machen,sich an den Lerntisch zu setzen, aber die Verfechter der Hausmannskost sollen doch bitte dann diese Kreativität beim Lernen nicht behindern. So, jetzt habe ich mir doch noch den Frust von dieser Woche vom Leib geschrieben! Und das geht hier in der Tat doch besser als mit kurzuen Tweets. Aber danke an euch alle, die mir immer wieder Mut machen!

  3. Moodle ist nicht schlecht, lässt aber für meinen Geschmack nicht selten zu wünschen übrig, z.B. ist das Wiki schlecht (hast du da mal eine Klasse dran arbeiten lassen?), z.B. ist das Forum angesichts aktueller Standards sehr asketisch, und die allermeisten Themes sehen auch nicht toll aus. Aber ich verwende es ja auch und bewerbe es an allen erdenklichen Stellen, da es das momentan beste und zukunftssicherste Werkzeug ist, das uns zur Verfügung steht. Dennoch: Irgendjemand muss es hosten, die Admin finde ich häufig unübersichtlich und verwirrend; von einem Niveau wie z.B. das der WordPress-Admin ist Moodle noch weit entfernt… – inhaltlich stimme ich dir völlig zu, es gibt eine scheinbegründete Pauschalabwehr, die es durch gelungene Beispiele und freundliche Kooperation mit unterrichtenden Kolleginnen und Kollegen aufzubrechen gilt. – Auch dürfen wir m.E. nicht die Aufmerksamkeit für neue Tools verlieren, die mehr bringen oder dasselbe eleganter und (noch) benutzerfreundlicher erledigen. – Systemisch ist Moodle halt doch eine Insel (wenn per Embed auch schon einige Kanäle nach außen möglich sind), ich träume jedoch von einem System, das nicht der Schranken bedarf, die Moodle – aus gut nachvollziehbaren Gründen – steckt. – Hinsichtlich der Akkzeptanz-Probleme, auf die Moodle-Einsatz bei jungen Lernenden treffen kann, verweise ich auf meinen Erfahrungsbericht: http://matthiasheil.de/2009/04/19/neues-lernen-mit-moodle-im-deutschen-lernalltag/

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