Kollaborative Lernkartei im Moodle-Wiki zur Klassenarbeit nutzen

2010-11-01

Fazit:

Mit einem gemeinsam gefüllten Wiki kann kollaborativ gelernt werden. Auch in Prüfungssituationen kann das Wiki als Hilfsmittel eingesetzt werden. Durch konkrete Regeln kann  dies auch prüfungskonform  genutzt werden. Die Schüler übernehmen so individuell Verantwortung.

Leistungsbewertung

Derzeit haben Schülerinnen und Schüler einer meiner Klassen arbeitsteilige Themen individuell und kollaborativ in unserem Moodle per Wiki dokumentiert. Nun steht eine Leistungsüberprüfung in Form einer Klassenarbeit an. Hierbei lasse ich den Inhalt des Wikis genauso zu, wie das „klassische Schulfachbuch“. Die Nutzung ist aber für die Prüfungssituation an Reglen gebunden:

  • Das Material ist im Raum nur an einer Stelle verfügbar. D.h. ein Exemplar des Schulbuches und ein Rechner stehen zur Verfügung. Das Schulbuch enthält Inhalts- und Stichwortverzeichnis, wird aber ohne weitere Markierungen gestellt. Der Inhalt aus Moodle wurde von mit per HTML-Export zu einem Zeitpunkt fixiert und auf dem bereitgestellten Rechner ausgepackt – die Index-Seite wird im Webbrowser geöffnet.
  • Jeder Prüfling darf den Infoplatz maximal zweimal aufsuchen.
  • Analog der Idee der Laufdiktate aus dem Primarbereich sind am Infoplatz keine Notizen zulässig – Stift und Papier bleiben am Platz des Prüflings.
  • Die Idee des Klassenwikis habe ich der Lernkartei aus dem SOL-Konzept nachempfunden: Betreut vom SOL-Instut (http://www.sol-institut.de) macht sich meiner Schule ein Teil des Kollegiums in dieser Richtung konzeptionell auf den Weg. Bei der Lernkartei erstellen/füllen die Schülerinnen und Schüler Karteikarten zu unterschiedlichen Begriffen/Themen. Alle Karten enthalten auch den Namen des verantwortlichen Autors. Und alle Karten stehen in einer gemeinsamen Box auch in der Klassenarbeit z.B. jedem maximal zweimal zur Verfügung. Die Umsetzung im Wiki ist dagegen papierlos: Die Inhalte stehen im Prüfungsmoment am Bildschirm zur Verfügung.

Ausblick

Selbstverständlich wären auch Varianten denkbar. Bei einer Prüfung mit Rechnern (z.B. mit Programmieraufgaben) könnte allen Prüflingen eine lokale Kopie des Wikis zur Verfügung stehen. Und wer wirklich auf die Zukunft vorbereiten will, stellt halt so geniale Aufgaben, dass auch die frei Nutzung des Webs zulässig sein könnte. Und: An Kompetenzraster oder Kompetenzprofile kommt natürlich eine doch irgendwie noch „klassische“ Klassenarbeit lange nicht dran – unter diesem Gesichtspunkt bleibt diese Art der Leistungsbewertung auch mit Wiki noch wenig individuell – doch dies ist noch ein anderes Thema.

Umsetzung

Zurück zur Wiki-Nutzung: Grundidee bleibt, den Schülerinnen und Schülern die Verantwortung für die Inhalte zu übergeben. Was im Wiki steht wird also nicht im Detail von mir überwacht. Blindes Abschreiben der Inhalte wird auch nicht so einfach passieren, da keine Notizen am Infoplatz gemacht werden.

Feedback

Was haltet ihr von solch einer Prüfungssituation?

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